Das Heliometer der Kuffner Sternwarte, Foto: Andreas Chwatal
Heliometer der Kuffner-Sternwarte
Bild: Andreas Chwatal

Kleiner astronomischer Rückblick 2020


Zusammengestellt von Susanne Plank



Jänner:

Vor 240 Jahren:
Am 26. Januar 1780 wurde Niccolo Cacciatore in Girgenti geboren. Der italienische Astronom, der dem Orden der Minoriten angehörte, war zunächst Gehilfe von Piazzi an der Sternwarte von Palermo und wurde später sein Nachfolger. Er führte vor allem Beobachtungen an Kometen durch.

Vor 190 Jahren:
Am 22. Januar 1830 wurde in Plön Carl Christian Bruhns geboren. Er war Professor und Beobachtungsdirektor in Leipzig, entdeckte 6 Kometen und verbesserte die Bahnbestimmungen verschiedener Himmelsobjekte. Ferner gab er einen Atlas der Astronomie (1872) und ein dreibändiges Werk über Alexander von Humboldt heraus

Vor 180 Jahren:
Am 23. Januar 1840 wurde in Eisenach Ernst Abbe geboren. Er war Physiker und Astronom in Jena und übernahm 1878 das Direktorat der dortigen Sternwarte. Er war lange Zeit Mitinhaber der Firma Zeiss und später ihr alleiniger Leiter. Er entwickelte und verbesserte zahlreiche optische Geräte, darunter auch Fernrohre. Ferner war er maßgebend an der Verbesserung von Glassorten zur Herstellung von Fernrohrlinsen beteiligt.
Am 31. Januar 1840 starb in München Joseph Utzschneider. Der bayrische Optiker gründete zusammen mit Reichenbach und Liebherr ein mechanisches Institut, das sich ab 1809 unter Beteiligung von Fraunhofer zu dem später weltbekannten optischen Institut entwickelte. Zwischen 1818 und 1821 war er Bürgermeister in München.

Vor 140 Jahren:
Am 21. Januar 1880 wurde in Gent/Belgien George Van Biesbroeck geboren. Er war vor allem am Yerkes-Observatorium tätig. Er entdeckte drei Kometen und zahlreiche Doppelsterne. Sein Hauptarbeitsgebiet war aber die Stellar-Astronomie, die sich mit den Sternen der Galaxis und auch mit Sternen anderer Galaxien beschäftigte.

Vor 90 Jahren:
Am 20. Januar 1930 wurde in Montclair, New Jersey/USA Edwin Aldrin geboren. Aldrin war Pilot bei der US Air Force und wurde von der NASA als Astronaut ausgebildet. Von 11.- 15. 11. 1969 nahm er als Kommandant der Mondlandefähre an dem Flug von Apollo11 teil und bestieg nach dem Astronauten Armstrong als zweiter Mensch die Mondoberfläche.
Am 8. Januar 1930 wurde von Karl Reinmuth in Heidelberg (1152) Pawona entdeckt. Der Name für diesen Kleinplaneten ist eine Kombination der Namen von J. Palisa und M. Wolf als Erinnerung an die beiden bedeutenden Kleinplaneten-Entdecker. Der Kleinplanet 1925 SF war der letzte von den 125 von Johann Palisa entdeckten Kleinplaneten. Wegen der Unsicherheit seiner Bahn bekam er damals keine Nummer. B. Asplind hat die Identität dieses Objekts mit 1926 AK gefunden und später auch die Identität mit 1152 (1930 AD) festgestellt.

Vor 15 Jahren:
Am 5. Januar 2005 wurde auf Bildern vom Oktober 2003 ein sehr großes TNO entdeckt. Das Objekt bekam die provisorische Bezeichnung 2003 UB313 und später den Namen Eris. Entdecker sind die Astronomen M. Brown, C. Trujille und D. Rabinowitz. Eris hat einen Durchmesser von etwa 2330 km und ist damit annähernd so groß wie Pluto. Eris besitzt einen Mond mit Namen Dysnomia, der am 10. September 2005 vom gleichen Team entdeckt wurde. Dysnomia ist etwa 100 km groß.
Am 12. Januar 2005 startete die Mission Kometen-Mission Deep Impact. Das Hauptmissionsziel von Deep Impact war die Erforschung des Inneren von Komet Tempel 1. Dazu wurde ein 372 kg schweres Projektil (Impaktor) in die Flugbahn des Kometen gebracht, das dort einschlug und einen Krater hinterließ. Das herausgeschleuderte Material, das fast unverändert seit der Entstehung des Sonnensystems geblieben ist, wurde mit den Instrumenten der Sonde untersucht, um mehr über diese frühe Zeit in Erfahrung zu bringen.
Am 14. Januar 2005 landete erstmals eine Sonde auf der Oberfläche des Saturnmondes Titan. Die europäische Sonde Huygens, die mit der Raumsonde Cassini ins Saturn-System flog, landete am 14. Januar auf der Oberfläche des Saturnmondes Titan und sendete 72 Minuten lang von der Mondoberfläche. Insgesamt wurden während der ganzen Operation 474 Megabit empfangen, darunter 350 Bilder, bis Huygens angesichts der widrigen Umgebungsbedingungen von -180 Grad Celsius ihren Dienst einstellte.

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Februar:

Vor 420 Jahren:
Am 17. Februar 1600 starb in Rom Giordano Bruno. Der italienische Philosoph setzte sich auf astronomischem Gebiet für das copernikanische System, aber auch für die Idee des unendlichen Weltalls ein. Er wurde 1592 verhaftet und der Inquisition ausgeliefert. Nach sieben Jahren Kerkerhaft schließlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Vor 370 Jahren:
Am 11. Februar 1650 starb in Stockholm René Descartes. Der franz. Philosoph und Mathematiker beschäftigte sich auch mit verschiedenen astronomischen Problemen. Obwohl er als Zögling der Jesuiten neuen Ideen gegenüber vorsichtig war und er die Schwierigkeiten Galileis mit der römischen Inquisition kannte, gilt er doch als einer der wesentlichen Köpfe der beginnenden modernen Wissenschaft.

Vor 170 Jahren:
Am 26. Februar 1850 wurde Karl Friedrich Ginzel in Reichenberg/Böhmen geboren. Der österreichische Astronom beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Chronologie und gab 1906 bis 1914 ein in drei Bänden erschienenes „Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie“ heraus.

Vor 140 Jahren:
Entdeckte der österreichische Astronom Johann Palisa in Pola zwei Kleinplaneten. Am 6. Februar 1880 den 140 km großen Hauptgürtelasteroiden (212) Medea. Am 29. Februar 1880 den nur 26,5 km großen Hauptgürtelasteroiden (214) Aschera.

Vor 70 Jahren:
Am 14. Februar 1950 starb in Red Bank/New Jersey, USA Karl Guthe Jansky. Jansky war Hochfrequenztechniker und entdeckte 1931 bei der Untersuchung atmosphärischer Funkstörungen erstmals eine kosmische Radiostrahlung, die aus der Milchstraße stammte. Da er seine Entdeckung nur in elektrotechnischen Zeitschriften veröffentlichte, wurde sie von den Astronomen zunächst kaum beachtet. Erst nach dem 2. Weltkrieg, in dem die Entwicklung der Radio- und Radartechnik intensiv vorangetrieben wurde, stieß man wieder auf die Beobachtungen Janskys.
Am 17. Februar 1950 wurde ein Kleinplanet entdeckt der die prov. Bezeichnung 1950 DL. Der von Karl Reinmuth in Heidelberg entdeckte Kleinplanet wurde zu Ehren von Anneliese Schnell von der Universitäts-Sternwarte in Wien im November 1991 auf den Namen (2572) „Annschnell“ getauft. Anneliese Schnell wurde durch ihre Arbeiten an Veränderlichen Sternen und an der Erforschung der Kleinplaneten bekannt. Sie war die erste Frau im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft seit deren Gründung im Jahr 1863.
Am gleichen Tag wurde ein weiterer Kleinplanet von Karl Reinmuth entdeckt, der auf den Namen (3440) Stampfer getauft wurde zu Ehren des Osttirolers Simon Stampfer, der zum Mitbegründer der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien wurde. Ferner hat er als erster Astronom 1851 auf photometrischer Basis die Durchmesser von Kleinplaneten bestimmt.

Vor 50 Jahren:
Am21. Februar 1970 startete der erste japanische Erdsatellit mit Namen Ohsumi. Mit dem Start des Satelliten vom Raumfahrtzentrum Kagoshima wurde Japan die vierte Raumfahrtnation der Welt.

Vor 10 Jahren:
Am11. Februar 2010 startete das Solar Dynamics Observatorium der NASA. Das Observatorium dient der Erforschung der dynamischen Vorgänge auf der Sonne, Das Solar Dynamics Observatorium setzte die Messungen der Sonde SOHO fort.

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Verein Kuffner Sternwarte