Das Heliometer der Kuffner Sternwarte, Foto: Andreas Chwatal
Heliometer der Kuffner-Sternwarte
Bild: Andreas Chwatal

Kleiner astronomischer Rückblick 2019


Zusammengestellt von Susanne Plank



Jänner:

Vor 410 Jahren:
Am 21. Januar 1609 starb Joseph Justus Scaliger in Leiden. Der in Frankreich geborene Philologe war Professor in Genf und Leiden. Scaliger begründete die Chronologie (Wissenschaft von der Einteilung der Zeit, der Zeitrechnung und des Kalenderwesens.). Im Jahr 1582 führte er die Julianische Periode in der Astronomie ein. Eine laufende Nummerierung der Tage, deren Anfangspunkt der 1. Januar 4713 v. Chr. ist. Die Julianische Periode ermöglicht eine einfache Bezeichnung von Zeitintervallen und wird daher bei langfristigen Beobachtungsreihen in der Astronomie häufig benutzt.

Vor 220 Jahren:
Am 22. Januar 1799 starb in Genf der Schweizer Physiker Horace Benedict de Saussure. Saussure bereiste ganz Europa und beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Geologie und Meteorologie. Dabei erfand er das Diaphanometer, ein Gerät zur Bestimmung der Absorption der Luft. Diese Methode ist allerdings nicht fehlerfrei.

Vor 140 Jahren:
Am 12. Januar 1879 wurde Paul Guthnick in Hitdorf am Rhein geboren. Er war von 1921 bis 1940 Direktor der Sternwarte Potsdam-Babelsberg und beschäftigte sich vor allem mit den Veränderlichen und der photographischen Himmelsüberwachung. Als einer der ersten entwickelte Guthnick Photomultiplier und lieferte damit die Grundlagen für die lichtelektrische Photometrie.
Am 23. Januar 1879 wurde in Berlin Walther Bauersfeld geboren. Er war Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Carl Zeiss in Jena. Im Jahr 1913 gab Oskar von Miller der Firma Carl Zeiss den Auftrag, eine naturgetreue Nachahmung des gestirnten Himmels zu schaffen. Sechs Jahre später, am 24. März 1919, legte Bauersfeld die Grundidee hierzu vor. Damit gilt Bauersfeld als der Erfinder des Planetariums.

Vor 110 Jahren:
Am 12. Januar 1909 starb in Göttingen Hermann Minkowski. Der deutsch-litauische Mathematiker war Professor in Königsberg, Zürich und Göttingen. Minkowski entwickelte die Grundlagen für die allgemeine Relativitätstheorie. In seinem Werk „Zeit und Raum“ wies er darauf hin, dass die Zeit als 4. Dimension betrachtet werden kann.

Vor 90 Jahren:
Am 25. Januar 1929 starb in Luzern Franz Xaver Kugler. Kugler war Professor am Jesuitenkolleg in Valkenburg und beschäftigte sich vor allem mit der babylonischen Astronomie und entzifferte alte Keilschriften-Texte. Sein Hauptwerk „Sternkunde und Sterndienst in Babel“ erschien in mehreren Bänden zwischen 1907 und 1924.
Am 31. Januar 1929 wurde Rudolf Ludwig Mößbauer in München geboren. Der deutsche Physiker beschäftigte sich vor allem mit Fragen der Quantentheorie und der allgemeinen Relativitätstheorie. 1961 erhielt er gemeinsam mit dem amerikanischen Physiker Robert Hofstadter den Nobelpreis für Physik; vor allem für die Entdeckung des nach ihm benannten Mößbauer-Effektes.

Vor 50 Jahren:
Am 14. Januar 1969 startete die sowjetische Sonde Sojus 4 vom Kosmodrom in Baikonur mit dem Kosmonauten Wladimir Schatalow an Bord. Und am 15. Januar 1969 startete ebenfalls in Baikonur die Sonde Sojus 5 mit den Kosmonauten Boris Wolinow, Jewgenij Chrunow und Alexeij Jelissejew an Bord. Es wurde die erste Kopplung zweier bemannter Raumfahrzeuge in die Wege geleitet. Nach dem Rendezvous koppelte Sojus 4 an Sojus 5 an und die Kosmonauten Chrunow und Jelissejew stiegen von Sojus 5 in Sojus 4 um und kehrten mit Sojus 4 zur Erde zurück.

Vor 10 Jahren:
Am 6. Januar 2009 entdeckte das Fermi-Gammastrahlen-Weltraumteleskop der NASA 12 neue Gammastrahlen-Pulsare und bei weiteren 18 Pulsaren wurden Gammastrahlen-Pulse entdeckt. Gestartet wurde das Weltraumteleskop am 11. Juni 2008 und nach einer Flugzeit von 75 Minuten in 585 km Höhe in eine kreisförmige Umlaufbahn gebracht.

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Verein Kuffner Sternwarte