Das Heliometer der Kuffner Sternwarte, Foto: Andreas Chwatal
Heliometer der Kuffner-Sternwarte
Bild: Andreas Chwatal

Kleiner astronomischer Rückblick 2016


Zusammengestellt von Susanne Plank



Jänner:

Vor 280 Jahren:
Am 25. Jänner 1736 wird Joseph Louis Lagrange geboren. Seine Hauptleistung lag auf mathematischem Gebiet. Aber auch in der theoretischen Astronomie und der Himmelsmechanik leistende er Bedeutendes. So erschien 1781 seine Veröffentlichung über die Theorie der säkularen Störungen in den Bahnelementen der Planeten. Daraus ging hervor, dass diese Störungen in den Planetenbahnen auch langfristig die Stabilität des Systems gewährleisten.

Vor 40 Jahren:
Am 7. Jänner 1976 wurde ein Kleinplanet entdeckt, der die Nummer 2062 und den Namen Aten erhielt. Dieser Asteroid wurde zum Prototyp für eine ganze Asteroiden-Gruppe. Aten-Asteroiden haben Umlaufbahnen die zum größten Teil innerhalb der Erdbahn liegen und deren Halbachse kleiner als eine Astronomische Einheit ist.
Am 15. Jänner 1976 wurde die deutsch-amerikanische Raumsonde Helios 2 zur Erforschung des interplanetaren Raums und der Sonne gestartet. Sie näherte sich der Sonne bis auf 43 Millionen Kilometer und arbeitete bis 1986.

Vor 30 Jahren:
Am 12. Jänner 1986 starb Ludwig Franz Benedikt Biermann in Hamm/Westfalen. Er war Direktor des Max Planck Instituts für Physik und Astrophysik in München. Seine Hauptarbeiten lagen auf dem Gebiet der theoretischen Astrophysik. 1951 entdeckte er, dass die Ausrichtung der Gasschweife von Kometen auf den Einfluss des Sonnenwindes zurück zu führen ist. Nach ihm wurde der Ludwig Biermann Preis benannt, den die Astronomische Gesellschaft an hervorragende jüngere Astronomen vergibt.
Am 28. Jänner 1986 explodierte die Raumfähre Challanger 72 Sekunden nach dem Start. Die Astronauten Michael J. Smith, Francis R. Scobee, Ronald McNair, Ellison S. Onizuka, Christa McAuliffe, Gregory Jarvis und Judith A. Resnik kamen ums Leben. Diese Katastrophe warf das Raumtransporter-Programm der NASA erheblich zurück. Erst am 29. 9. 1988 konnte die Raumfähre Discovery wieder starten und das Programm fortsetzen.

Vor 10 Jahren:
Am 4. Jänner 2006 fotografierte das Weltraumteleskop Hubble ein neues Ringpaar um den Planeten Uranus und zwei neue kleine Monde. Weitere Analysen der Hubble-Daten zeigten, dass das Ring-Mond-System um Uranus ständigen Veränderungen unterworfen ist.
Am 19. Jänner 2006 startete die Raumsonde New Horizons zum Zwerplanten Pluto und seinen fünf Monden. 2015 erreichte die Sonde programmgemäß das Pluto-System und machte sensationelle Aufnahmen. Da die Sonde in Ordnung ist, könnte ein weiteres Kuiper-Gürtel-Objekt eingeflogen werden; falls einer Erweiterung der Mission zugestimmt wird.

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Februar:

Vor 230 Jahren:
Am 26. Februar 1786 wurde Francois Dominique Arago in Estagel geboren. Arago war Direktor der Pariser Sternwarte und Leiter des Marineministeriums. Sein Hauptverdienst liegt bei der französischen Gradmessung. Weitere Hauptgebiete seiner Untersuchungen waren optische Erscheinungen, die Elektrizität und der Magnetismus sowie das Planetensystem.

Vor 110 Jahren:
Am 27. Februar 1906 starb der amerikanische Physiker Samuel Langley in Aiken/Südkarolina. Obwohl er nie eine Schule besucht hatte, wurde er 1865 Assistent am Harvard College Observatory und 1866 Professor der Astronomie und Physik sowie Leiter der Allegheny-Sternwarte und 1887 Direktor des Smithsonian-Instituts in Washington. Er konstruierte ein Bolometer mit dem noch Temperatur-Unterschiede von weniger als 1/100000°C bestimmt werden konnten. Dabei ermittelte er die Sonnenstrahlung, bestimmte die Solarkonstante und die Oberflächentemperatur der Sonne.
Am 22. Februar 1906 wurde von Max Wolf in Heidelberg der erste Kleinplanet vom Typ der Trojaner im Lagrangepunkt 4 des Systems Jupiter-Sonne entdeckt. Er bekam den Namen Achilles und die Nummer 588.
Am 4. Februar 1906 wurde Clyde William Tombaugh in Streator/Illinois geboren. Er stammte aus einer armen Familie und baute sich aus einfachen Mitteln ein kleines Teleskop. Tombaugh wurde 1929 Hilfskraft am Lowell-Observatorium und entdeckte 1930 durch Vergleich von Aufnahmen mit einem Blinkkomparator den heute als Zwergplaneten eingestuften Pluto.

Vor 30 Jahren:
Am 19. Februar 1986 startete die russischen Raumstation Mir und umkreiste die Erde in etwa 350 km Höhe. In dieser Station wurden mehrere historische Langzeitflüge erzielt. Den Rekord bildete Valeriy Palyakov mit 437 Tagen. Auch westeuropäische Wissenschaftler und Astronauten benutzten die Mir. Als 1997/98 wiederholt erhebliche technische Mängel auftraten, wurde der Beschluss gefasst, die Mir aufzugeben. Am 23. März 2001 wurde die Raumstation über dem Pazifik kontrolliert zum Absturz gebracht.

Vor 20 Jahren:
Am 17. Februar 1996 startete die amerikanische Raumsonde NEAR-Showmaker. Es ist dies die erste Raumsonde in der Erforschung unseres Sonnensystems, welche einen Asteroiden, Eros, monatelang umkreiste und schließlich am 12. Februar 2001 auf ihm landete. Nach der geglückten Landung der Raumsonde auf der Eros-Oberfläche sandte das Gammastrahlen-Spektrometer noch mehr als zwei Wochen lang Daten zur Erde. Am 28. Februar verstummte dann die Raumsonde nach einem letzten großen Datentransfer.

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März:

Vor 230 Jahren:
Am 25. März 1786 wurde in Modena/Italien Giovanni Batiste Amici geboren. Der italienische Astronom war zunächst Professor der Mathematik an der Universität Modena und später Direktor der Sternwarte in Florenz. Er machte sich vor allem um die Weiterentwicklung optischer und astronomischer Instrumente verdient.

Vor 170 Jahren:
Am 17. März 1846 starb der deutsche Astronom Friedrich Wilhelm Bessel. Bessel gehörte zu den bedeutendsten Astronomen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, obwohl er sich anfangs nur in seiner Freizeit mit Astronomie und Mathematik beschäftigte. (Sein erlernter Beruf war der eines Kaufmannes). Am bekanntesten wurde Bessel durch die erste genaue Messung einer Parallaxe an einem Fixstern (61 Cygni) in den Jahren 1838/39.

Vor 100 Jahren:
Am 27. März 1916 starb der schottische Chemiker Sir William Ramsay. Er war von 1880 bis 1887 Professor in Bristol und anschließend am Universitäts College in London tätig. Ramsay erhielt 1904 den Nobelpreis für Chemie. Er entdeckte die Edelgase, darunter auch das Helium, das bereits früher von N. Lockyer im Spektrum der Sonne aufgefunden wurde. Ramsay konnte nachweisen, dass dieses Element auch auf der Erde vorkommt.

Vor 50 Jahren:
Am 16. März 1966 startete der amerikanische Erdsatellit Gemini 8 mit den Astronomen Neil Armstrong und David Scott an Bord. Mit Gemini 8 wurde das erste Kopplungsmanöver zweier Raumfahrzeuge durchgeführt. Gemini 8 dockte an eine unbemannte Agena-Rakete an. Der Flug dauerte insgesamt 10h 41min.

Vor 30 Jahren:
Am 14. März 1986 flog die europäische Raumsonde Giotto im Abstand von 596 km am Halleyschen Kometen vorbei und führte 10 Experimente durch. Dazu diente eine Kamera, Detektoren zur Messung der Treffer durch Staubteilchen und Polarimeter zur Messung der Kometenhelligkeit. Ferner waren Instrumente an Bord, welche die Wechselwirkung des Kometen mit dem Sonnenwind untersuchten. Obwohl die Sonde dabei Beschädigungen erlitt, konnte sie wieder soweit hergestellt werden, dass sie 1992 im Abstand von 200 km den Kometen Grigg-Skjellerup passieren konnte und auch diesen untersuchte.

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April:

Vor 230 Jahren:
Am 20. April 1786 starb John Goodricke im jugendlichen Alter von 22 Jahren. Kurz vor seinem frühen Tod wurde er zum Mitglied der Royal Society ernannt. Er entdeckte die Veränderlichen Beta Lyrae und Delta Cephei. Goodricke hatte als erster eine plausible Erklärung für die Helligkeitsschwankungen von Beta Persei (Algol). Der holländisch-englische Astronom war seit seiner Geburt taubstumm.

Vor 200 Jahren:
Am 9. April 1816 wurde Charles Eugène Delaunay bei Troys geboren. Der französische Astronom war Mitglied der Pariser Akademie und ab 1869 Direktor der Pariser Sternwarte. Delaunay beschäftigte sich vor allem mit der Theorie der Mondbewegung, über die 1860 bis 1867 zwei Bände erschienen sind.

Vor 170 Jahren:
Am 15. April 1846 wurde in Altona Wilhelm Schur geboren. Schur war Professor und Direktor des Observatoriums in Göttingen. 1891 erschien sein „Göttinger Sternenkatalog für 1860“. Ferner bestimmte er aus Beobachtungen am Heliometer den Durchmesser Jupiters.

Vor 110 Jahren:
Am 28. April 1906 wurde Bart Jan Bok in Hoorn/Niederlande geboren. Bok ging nach Amerika und arbeitete an der Harvard Universität und am Kitt Peak Observatorium. Bok machte zahlreiche Untersuchungen auf dem Gebiet der Stellarastronomie und beschäftigte sich mit der Sternentwicklung und der Kosmologie.

Vor 50 Jahren:
Am 8. April 1966 wurde das Orbiting Astronomical Abservatory (OAO) gestartet. Es hatte ein 41 cm und ein 20 cm Teleskop an Bord. Leider stellte das OAO schon zwei Tage nach dem Start seine Messungen ein, da das Energiesystem versagte.

Vor 15 Jahren:
Am 7. April 2001 startete die Raumsonde Mars Odyssey an Bord einer Delta-II-Trägerrakete. Die Raumsonde erreichte am 24.Oktober 2001 den Mars und umkreist seither den Roten Planeten und erforscht ihn. Ursprünglich war das Ende der Mission für 2004 geplant, wurde aber immer wieder verlängert. Der Orbiter dient auch als Relaisstation zur Datenübertragung zwischen dem am 6. August 2012 gelandeten Rover Curiosity und der Erde.

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Mai:

Vor 220 Jahren:
Am 1. Mai 1796 starb in Paris Alexander Pingrè. Der französische Astronom und Theologe war ab 1751 an der Sternwarte der Abtei St. Geneviève in Paris. Pingrè beobachtete vor allem die Venus-Durchgänge vor der Sonne; im Jahr 1761 in Indien und 1769 in Nordamerika.

Vor 190 Jahren:
Am 26. Mai 1826 wurde Christopher Carrington in Chelsea geboren. Er war längere Zeit Direktor des Durham-Observatoriums und erbaute später eine Privatsternwarte in Redhill. Carrington beschäftigte sich vor allem mit Sonnenflecken. Ferner erstellte er einen Katalog, der über 3700 Zirkumpolarsterne enthielt.

Vor 180 Jahren:
Am 17. Mai 1836 wurde in Rugby/Warwickshire Sir Joseph Lockyer geboren. Der englische Astronom war Direktor des South Kensington Observatoriums und begründete später das Hill-Observatorium bei Sidmouth. Lockyer war der erste, der Sonnenprotuberanzen außerhalb einer Sonnenfinsternis beobachtete und zwar mit Hilfe eines Protuberanzen-Spektroskops. 1868 entdeckte er im Sonnenspektrum das Helium, welches erst 40 Jahre später auch auf der Erde gefunden wurde. 1869 gründete er die berühmte wissenschaftliche Zeitschrift „Nature“. Ferner brachte er zahlreiche Fachpublikationen über Sonnenphysik heraus. 1897 wurde Lockyer für seine Verdienste geadelt.

Vor 100 Jahren:
Am 11. Mai 1916 starb Karl Schwarzschild in Potsdam. Nach Studien in Straßburg und München trat er 1897 in die Kuffner-Sternwarte ein, wo er zwei Jahre als Assistent unter Direktor Leo de Ball tätig war. 1899 kehrte er nach München zurück und habilitierte sich dort mit Arbeiten, die er an der Kuffner-Sternwarte durchgeführt hatte. Seine hauptsächlichen Arbeiten betrafen den Aufbau der Sterne, insbesondere den Strahlungstransport in den äußeren Schichten. Ferner erarbeitete Karl Schwarzschild eine Methode zur Messung von Sterngrößen aufgrund photographischer Aufnahmen, die heute als Schwarzschild-Effekt bekannt ist.

Vor 40 Jahren:
Am 4. Mai 1976 startete der geodätische NASA-Satellit LAGEOS 1 von der Vandenberg Air Force Base/Kalifornien. LAGEOS hatte einen Durchmesser von 60 cm und ein Gewicht von 410 kg. Der geodätische Satellit bestand aus einer kompakten, mit 426 Laserreflektoren besetzten Kugel. Der auf einer extrem stabilen Umlaufbahn um die Erde kreisende Satellit erlaubte präzise Messungen zum Nachweis von Bewegungen der Erdoberfläche.

Vor 10 Jahren:
Fand vom 12 – 14 Mai auf der historischen Kuffner-Sternwarte das "Meeting on Asteroids and Comets in Europe" (MACE 2006) statt und damit erstmals im deutschsprachigen Raum.

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Juni:

Vor 190 Jahren:
Am 7. Juni 1826 starb Joseph von Fraunhofer mit nur 39 Jahren. Er untersuchte das Sonnenspektrum und bezeichnete die dunklen Absorptionslinien mit einzelnen Buchstaben (Fraunhofersche Linien). Einen großen Namen machte er sich mit der Herstellung achromatischer Objektive. Die Fraunhoferschen Linsenfernrohre waren die qualitativ besten seiner Zeit. Die größten von ihm hergestellten Objektive erreichten 9 Zoll Durchmesser. Sein früher Tod erlaubte ihm nicht mehr, die hoffnungsvollen Versuche in Richtung größerer Objektive fortzusetzen.

Vor 170 Jahren:
Am 8. Juni 1846 wurde bei Düsseldorf Johann Friedrich Benzenberg geboren. Der deutsche Astronom war von 1805 bis 1810 Professor der Mathematik und Physik am Lyzeum in Düsseldorf. Dann machte er größere Reisen und stiftete 1844 die kleine Sternwarte Bilk bei Düsseldorf. Er beschäftigte sich vor allem mit den Gesetzen des Falls auf der sich drehenden Erde.

Vor 90 Jahren:
Am 18. Juni 1926 wurde in Iowa City der Astronom Allen Rex Sandage geboren. Seine Arbeiten betreffen Fragen der Kosmologie, Radiogalaxien und Quasare. Auf Sandage die Spekulation zurück, dass die Expansion des Weltalls nur eine vorübergehende Phase in der Entwicklung des Universums ist und dass diese später vielleicht wieder in eine Kontraktion übergehen könnte.

Vor 50 Jahren:
Am 20. Juni 1966 starb Abbè Georges Lemaitre in Löwen/Belgien. Der belgische Physiker war katholischer Geistlicher. Gegen Ende seines Lebens war er Präsident der päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom. Er war einer der ersten, der von einer Urexplosion (Big Bang) sprach, aus der das Weltall hervor gegangen sein soll.
Am 2. Juni 1966 ging die Mondsonde Surveyor I nahe dem Krater Flamsteed nieder. Surveyor I gelingt die erste echte weiche Landung auf dem Mond. Die Raumsonde funkte 6 Wochen lang mehr als 11 000 hochwertige Aufnahmen aus der Umgebung des Kraters Flamsteed zur Erde.

Vor 5 Jahren:
Am 28 Juni 2011 wurde der vierte Plutomond entdeckt. Er bekam den Namen Cerberos. Mit einer geschätzten Größe von 13 bis 34 km war er zum Zeitpunkt seiner Entdeckung der kleinste bekannte Mond Plutos bis rund ein Jahr später mit Stix, der eine geschätzte Größe von 10 bis 25 km hat, ein fünfter, noch kleinerer, Plutomond entdeckt wurde.

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Juli:

Vor 540 Jahren:
Am 2. Juli 1476 starb Johannes Müller genannt REGIOMONTANUS in Rom. Der in Königsberg/Franken geborene Regiomontanus war Schüler von Georg von Peuerbach in Wien und von Georg von Trapezunt in Rom. Ab 1471 lebte er in Nürnberg, lehrte an der dortigen Universität und richtete die erste deutsche Sternwarte ein. Mit dieser war eine Druckerei verbunden, in der er verschiedene Bücher herausgab, darunter auch eine lateinische Ausgabe des Almagest. Leider starb er kurze Zeit später an der Pest und konnte diese Aufgabe nicht mehr vollenden.

Vor 180 Jahren:
Am 23. Juli 1836 starb in Paris Jean Felix Adolph Gambart. Der französische Astronom entdeckte in den Jahren 1822 bis 1834 ganz allein 13 Kometen. Von 1822 an war Gambart Direktor der Sternwarte Marseille.

Vor 170 Jahren:
Am 19. Juli 1846 wurde Edward Charles Pickering in Boston geboren. Von 1877 an bis zu seinem Tode war Pickering Direktor des Harvard Observatoriums. Er gab den ersten großen Helligkeitskatalog heraus der 4260 Sterne enthielt. Das 1884 veröffentlichte Werk ist unter der Bezeichnung „Harvard Photometry“ bekannt. Ferner entstand unter seiner Direktion der Henry Draper Katalog, der die Spektralklassen von 225 000 Sternen enthielt. Allerdings ist die Hauptarbeit an diesem Katalog Anny Jump Cannon zu verdanken. Im Jahr 1889 fand Pickering den ersten spektroskopischen Doppelstern, Mizar, im Sternbild Großer Bär.

Vor 110 Jahren:
Am 2. Juli 1906 wurde Hans Albrecht Bethe in Straßburg geboren. Neben wichtigen Beiträgen zur gesamten Kernphysik beschäftigte sich der bekannte Physiker bereits 1938 unabhängig von Carl Friedrich Weizsäcker mit den in den Sternen ablaufenden Kernreaktionen, die auch die Energieerzeugung der Sterne erklären. Nach diesen beiden Physikern wird auch der sogenannte Kohlenstoff-Stickstoff-Zyklus als Bethe-Weizsäcker-Zyklus bezeichnet.

Vor 100 Jahren:
Am 1. Juli 1916 wurde Josif Samuelowitsch Shklovsky in Glukhov/Ukraine geboren. Ab 1938 war der russische Astrophysiker als Professor tätig. Seine Hauptarbeitsgebiete waren die Radio- und Röntgenastronomie. Als erster deutete er die Strahlung des Crab-Nebels als eine Synchotronstrahlung.

Vor 5 Jahren:
Am 16. Juli 2011 schwenkt die Raumsonde Dawn in eine Umlaufbahn um Vesta, einen der größten Asteroiden im Asteroiden-Gürtel, ein und umkreiste diese in verschiedenen Höhen mehr als ein Jahr. Es wurden zahlreiche Bilder und wissenschaftliche Daten von Vesta, die auch als Protoplanet bezeichnet wird, gesammelt.

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August:

Vor 370 Jahren:
Am 19. August 1646 wurde John Flamsteed in Denby/England geboren. Von 1670 an studierte er in Cambridge und machte König Karl II. auf die Dringlichkeit exakter astronomischer Beobachtungen zum Zwecke der Navigation auf hoher See aufmerksam. So wurde 1675 die Sternwarte Greenwich eröffnet und Flamsteed wurde dessen erster Direktor und damit der erste "Astronomer Royal".

Vor 200 Jahren:
Am 29. August 1816 starb Johann Hieronymus Schröter in Erfurt/Deutschland. Ab 1778 war der Privatastronom Schröter Oberamtmann in Lilienthal bei Bremen. Dort errichtete er eine Sternwarte, die zu seiner Zeit über das größte Teleskop neben dem von William Herschel verfügte. Es hatte einen Durchmesser von 50 cm. Schröter beschäftigte sich vor allem mit der Mond- und Planetenforschung. Im Jahr 1813 wurde seine Sternwarte von den Franzosen zerstört.

Vor 170 Jahren:
Am 10. August 1846 starb der Mathematiker und Astronom Christian Ludwig Ideler. Der deutsche Astronom war ab 1810 Mitglied der Kalenderdeputation und ab 1821 Professor der Universität Berlin. Er beschäftigte sich vor allem mit der Chronologie.

Vor 60 Jahren:
Am 5. August 1956 starb der russische Astronom Grigori Abramowitsch Schain. Er wirkte von 1921 bis 1925 am Pulkowa-Observatorium und war ab 1825 Direktor am Observatorium Simeis auf der Krim. Sein besonderes Augenmerk galt den hellen Nebeln in unserer Galaxis. 1952 erschien von ihm ein "Atlas der diffusen Gasnebel".

Vor 20 Jahren:
Am 12. August 1996 starb der bekannte sowjetische Astronom Viktor Ambarzumjan. Er war Präsident der Akademie der Wissenschaften in Armenien und von 1961 bis 1964 Präsident der Internationalen Astronomischen Union. 1947 entdeckte er die sogenannten Assoziationen von Sternen und stellte 1955 seine Theorie von Explosionen in den Kernen von Galaxien vor. Diese seine Annahme wurde durch die Entdeckung von Radiogalaxien, von aktiven Galaxien und durch die Entdeckung von Quasaren bestätigt.

Vor 10 Jahren:
Am 24. August 2006 wurde Pluto zum Zwergplaneten „degradiert“. Pluto ist aber das erst entdeckte und bekannteste Objekt der Plutoiden-Klasse.
Bei der Tagung der Internationalen Astronomischen Union im August 2006 in Prag wurde eine neue Definition, was nun eigentlich ein Planet ist, bekannt gegeben. Dies wurde aufgrund neuer Entdeckungen von größeren Himmelskörpern jenseits von Neptun immer dringlicher. Nach der damals beschlossenen Definition gehört Pluto nicht mehr zu den echten Planeten, sondern zur Gruppe der neu geschaffenen Zwergplaneten.

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September:

Vor 280 Jahren:
Am 15. September 1736 wurde in Paris Jean Sylvain Bailly geboren. Durch eine zufällige Bekanntschaft mit Lacaille wurde er für die Astronomie gewonnen. Sein Hauptverdienst liegt in der Theorie über die Entstehung der Jupiter-Satelliten. Ferner beschäftigte er sich auch mit der Geschichte der Astronomie. Während der französischen Revolution wurde er beschuldigt, die Flucht des Königs begünstigt zu haben. Er wurde angeklagt und schließlich mit der Guillotine hingerichtet.

Vor 210 Jahren:
Am 7. September 1806 wurde Christian August Friedrich PETERS in Hamburg geboren. Seine wesentlichsten Untersuchungen betrafen die Parallaxen und Eigenbewegungen der Sterne; insbesondere des Sirius. Ferner bestimmte er die Länge des einfachen Sekunden-Pendels aus Beobachtungen auf Schloß Güldenstein und war langjähriger Herausgeber der Zeitschrift "Astronomische Nachrichten".

Vor 150 Jahren:
Am 21. September 1866 starb in Marienwerder Karl Ludwig Hencke. Von Beruf war Hencke Postbeamter aber darüber hinaus ein begeisterter Amateur-Astronom. Er entdeckte den 5. und den 6. Kleinplaneten. Am 8. 12. 1845 fand er (5) Asträa und am 1. 7. 1847 (6) Hebe.

Vor 120 Jahren:
Am 18. September 1896 starb der französische Physiker Armand Hippolyte Louis Fizeau. Fizeau bestimmte 1849 erstmals experimentell die Lichtgeschwindigkeit und wies darauf hin, dass man den Doppler-Effekt zur Bestimmung der Radialgeschwindigkeit der Sterne heranziehen könnte.

Vor 110 Jahren:
Am 6. September 1906 starb der österreichische Physiker Ludwig Boltzmann. Er war Professor für Physik an den Universitäten Wien, Graz und München. Boltzmann wendete die Gesetze der Statistik auf die Moleküle eines Gases an und entdeckte die Beziehung zwischen Entropie und Wahrscheinlichkeit.

Vor 10 Jahren:
Am 17. September 2006 entdeckte die Raumsonde Cassini einen noch unbekannten Saturn-Ring. Dieser nur schwach sichtbare Ring befindet sich zwischen dem E und dem G-Ring. Er bewegt sich auf einer Bahn mit den Saturnmonden Janus uns Epimetheus.

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Oktober:

Vor 390 Jahren:
Am 31. Oktober 1626 starb in Leiden der Physiker Willebrord Snell van Royen. Er war Professor in Leiden und führte eine große Meridianmessung durch. 1620 entdeckte er das Gesetz der Brechung des Lichts. Seine Entdeckung fand sich in den von ihm hinterlassenen Manuskripten. Christian Huygens wies in seiner "Dioptrica" auf dieses Manuskript besonders hin.

Vor 360 Jahren:
Am 29. Oktober 1656 wurde in Hagerston bei London Edmund Halley geboren. 1703 wurde er Professor für Geometrie an der Universität Oxford und 1720 wurde er zum "Royal Astronomer" und Direktor der Sternwarte Greenwich ernannt. Er machte auf die Bedeutung der Durchgänge der Venus vor der Sonnenscheibe für die Bestimmung der Parallaxe aufmerksam. Ferner stellte er nach Erscheinen des Kometen von 1682 fest, dass dieser Komet auf einer Ellipse die Sonne umläuft (Halleyscher Komet). So konnte er erstmals die Wiederkehr eines periodischen Kometen vorhersagen. Darüber hinaus berechnete er die Bahnen weiterer 23 Kometen. Im Jahr 1718 entdeckte er die Eigenbewegung der Fixsterne.

Vor 110 Jahren:
Am 17. Oktober 1906 wurde vom Astronomen Kopff in Heidelberg der erste Trojaner im Lagrange Punkt L 5 des Systems Jupiter-Sonne entdeckt. Er bekam auf Vorschlag des österreichischen Astronomen Johann Palisa den Namen (617) Patroclus.

Vor 85 Jahren:
Am 11. Oktober 1931 starb der österr. Ingenieur Hanns Hörbiger in Mauer bei Wien. Hörbiger entwickelte die sogenannte "Welteislehre" bzw. Glazialkosmogonie, nach der Eis ein wesentlicher Bestandteil des Weltalls sei. Diese Theorie spielte in der Zeit zwischen 1920 und 1945 in Kreisen außerhalb der Wissenschaft eine gewisse Rolle. Tatsächlich sprachen aber schon damals eindeutige wissenschaftliche Befunde gegen diese Theorie.

Vor 65 Jahren:
Am 29. Oktober 1951 starb der amerikanische Astronom Robert Aitken in Berkeley. Sein Hauptgebiet war die Erforschung der Doppelsterne. 1932 erschien sein "New General Catalogue of Double Stars" mit 17118 Doppelsternen. Von 1930 bis 1935 war er Direktor des Lickobservatoriums am Mount Hamilton.

Vor 25 Jahren:
Am 29. Oktober 1991 flog die Raumsonde Galileo auf ihrem Weg zum Jupiter im Abstand von nur 1600 km an (951) Gaspra vorbei und machte die ersten Nahaufnahmen eines Asteroiden.

Vor 10 Jahren:
Am 25. Oktober 2006 starteten von Cape Canaveral die beiden Raumsonden der STEREO-Mission und leiteten damit eine neue Ära in der Sonnenforschung ein. Bei dieser internationalen Mission ist auf deutscher Seite federführend das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau beteiligt. Dank einer neuartigen dreidimensionalen Beobachtungstechnik sollte das Projekt unser Verständnis von den Prozessen auf der Sonnenoberfläche und ihren Auswirkungen auf die Erdatmosphäre verbessern.

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November:

Vor 190 Jahren:
Am 23. November 1826 starb der deutsche Astronom Johann Elert Bode in Berlin. Bode gründete das Berliner Astronomische Jahrbuch und gab 1801 die Uranographia heraus, einen Sternatlas mit 17 000 Sternen. Dem von W. Herschel entdeckten 7. Planeten gab er den endgültigen Namen "Uranus".Ferner verbesserte er eine schon von Titius gefundene mathematische Beziehung zur Abstandsfolge der Planeten von der Sonne (Titius-Bodesche Reihe). Ab 1786 war er Direktor der Berliner Sternwarte.

Vor 110 Jahren:
Am 5. November 1906 wurde Fred Lawrence Whipple in Red Oak/Iowa geboren. Er war Mitglied der Harvard Universität. Sein Hauptarbeitsgebiet waren Kometen und Meteoriten. 1949 stellte er die grundsätzlich richtige Behauptung auf, dass Kometenkerne aus gefrorenen Gasen und Staub bestehen. Ab 1955 wurde Whipple Leiter des Smithsonian Astrophysical Observatory.

Vor 100 Jahren:
Am 12. November 1916 starb in Flagstaff Arizona Percival Lowell. Der amerikanische Geschäftsmann und Astronom gründete 1894 eine große Privatsternwarte, die im Laufe der Zeit ständig erweitert wurde und heute als Lowell-Observatorium bekannt ist. Lowell beschäftigte sich vor allem mit der Erforschung von Planeten, insbesondere des Mars, von dessen Bewohnbarkeit er überzeugt war. Ferner berechnete er die Bahn eines möglichen Planeten jenseits der Bahn von Neptun und begann auf seiner Sternwarte eine Suchaktion. Erst nach seinem Tod wurde der Zwergplanet Pluto entdeckt.

Vor 60 Jahren:
In der Nacht 8./9. November 1956 wurde der Komet Arend-Roland entdeckt. Dieser Komet war einer der bemerkenswertesten des 20. Jahrhundert. Er erreichte am 8. 4. 1957 das Perihel seiner Bahn und kam am 20.4.1957 der Erde bis auf 85 Mio. km nahe. Er erreichte eine Helligkeit von 1 mag und entwickelte im April 1957 einen Gegenschweif, zusätzlich zum normalen von der Sonne abgewandten Schweif.

Vor 50 Jahren:
Am 11. November 1966 startete die letzte Sonde aus der Gemini Reihe: Gemini 12. An Bord waren die Astronauten James Lovell und Edwin Aldrin. Sie waren 3 Tage und 22 Stunden unterwegs und absolvierten 59 Erdumläufe.

Vor 20 Jahren:
Am 7. November 1996 startete die amerikanische Sonde Mars Global Surveyor. Seit 11. 9. 1997 ist sie in der Umlaufbahn des Mars und erforscht die Marsoberfläche. Die Sonde erstellte eine großräumige Kartografie von der Marsoberfläche mit einer Auflösung bis zu 3 m pro Pixel.

Vor 5 Jahren:
Am 8. Nov. 2011 startete die russische Raumsonde Phobos-Grunt zur Erforschung v. Phobos. Nach dem erfolgreichen Start am 8. November 2011 befand sich Phobos-Grunt in einem Parkorbit um die Erde. Da der Einschuss in die Übergangsbahn zum Mars wegen einer nicht erfolgten korrekten Ausrichtung der Sonde unterblieb, konnte die Sonde den Parkorbit nicht verlassen. Am 15. Jänner 2012 trat die Sonde in die Erdatmosphäre ein und verglühte über dem Ostpazifik.

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Dezember:

Vor 470 Jahren:
Am 14. Dezember 1546 swurde in Knudstrup Tycho Brahe geboren. Er stammte aus reicher dänischer Adelsfamilie und wandte sich zunächst dem Jusstudium zu. Dann studierte er an mehreren deutschen Universitäten Astronomie und Mathematik. 1570 kehrte er nach Dänemark zurück, wo er mit Unterstützung eines Oheims seine wissenschaftlichen Arbeiten begann. König Friedrich II von Dänemark wurde auf seine Fähigkeiten aufmerksam und ließ Brahe auf der Insel Sven die Sternwarte Uranienburg erbauen. Tycho Brahe hat die genauesten Beobachtungen ausgeführt, die jemals vor Erfindung des Fernrohres gemacht wurden. Bei Positionsbestimmungen erzielte er eine Genauigkeit von 2 Bogenminuten. Nach dem Tod des Königs (1588) verließ er Uranienburg und wurde kaiserlicher Astronom am Hof Rudolfs II in Prag. Es war ihm aber dort nur eine kurze Zeit vergönnt, da er bald darauf starb. Seine wissenschaftlichen Arbeiten hinterließ er seinem Gehilfen Johann Kepler.

Vor 160 Jahren:
Am 18. Dezember 1856 wurde in Manchester Sir Joseph John Thomson geboren. Er beschäftigte sich vor allem mit elektromagnetischer Strahlung und entdeckte 1897 bei Versuchen mit Kathodenstrahlen die Elektronen. 1906 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Längere Zeit war er Präsident der Royal Society.

Vor 20 Jahren:
Am 20. Dezember 1996 starb der überaus populäre Astronom Carl Sagan. Der amerikanische Astronom war seit 1968 Professor an der Cornell Universität, leitete das Laboratorium für Planetenforschung und war einer der eifrigsten Initiatoren des Seti-Projektes. Zahlreiche populärwissenschaftliche Bücher haben ihn weltweit bekannt gemacht.

Am 4. Dezember 1996 startete die Sonde Mars Pathfinder. die am 4. 7. im Ares Vallis landete. Sie setzte den sechsrädrigen Mini-Rover Sojourner zur Untersuchung der Gesteine in der Umgebung frei. Die Übertragungen der Sonde endeten am 7. 10. 1997.

Vor 10 Jahren:
Am 27. Dezember 2006 startete das europäische Weltraumteleskop COROT mit einer russischen Sojus-2 1b-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in eine polare Umlaufbahn. Ziel von Corot war die Entdeckung von Exoplaneten mit der Transitmethode. Die Dauer der Mission war bis Oktober 2012 geplant und wurde dann bis 2016 verlängert. Aber aufgrund einiger technischer Probleme wurde das Weltraumteleskop am 17. Juni 2014 abgeschaltet. Insgesamt wurden mit COROT von 2007 bis 2015 32 Exoplaneten entdeckt

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Verein Kuffner Sternwarte