Jupiter und Saturn
zwei Glanzpunkte am nächtlichen Firmament

Jupiter ist im Winter die ganze Nacht und bis Mitte Juni am Abendhimmel sichtbar. Am 20. Juli steht er in Konjunktion mit der Sonne und wird unbeobachtbar. Aber im Laufe des Septembers erscheint er wieder am Morgenhimmel und ist ab Dezember wieder die ganze Nacht beobachtbar.
Im Winter und Frühjahr befindet Jupiter sich im Sternbild Zwillinge und ab Mitte Dezember wird er im Grenzgebiet der Sternbilder Löwe und Krebs am Abend wieder sichtbar.

Auf Jupiter sind schon in kleinen Fernrohren die Äquatorbänder gut zu erkennen. Mit größeren Fernrohren, so ab 20 cm, kann man auch die Knoten in den Bändern und den Großen Roten Fleck beobachten. Und vor allem sind die vier großen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto (nach ihrem Entdecker Galilei auch Galileische Monde genannt) reizvolle Objekte und zwar für Fernrohre aller Größen, weil ihre Bewegungen schon innerhalb von 1 bis 1 Stunden zu erkennen sind. In Jahrbüchern findet man monatliche Grafiken, anhand derer man die einzelnen Monde identifizieren kann. Aber auch aufgrund ihrer Helligkeit können zumindest Ganymed und Kallisto bei einiger Übung identifiziert werden. Ganymed ist mit 4,6 mag der hellste und Kallisto mit 5,7 mag der lichtschwächste der vier großen Monde. Io mit 5,0 mag und Europa mit 5,3 mag sind etwas schwieriger voneinander zu unterscheiden.

Bei Jupiter sind derzeit 28 Monde bekannt, aber nur die vier Galileischen Monde sind hell genug, dass sie mit Amateurfernrohren beobachtet werden können.
Am 1.1. hatte das Jupiterscheibchen einen Durchmesser von 47". Bis Mitte Juli verringert es sich auf 30". Jupiters Helligkeit schwankt im Laufe des Jahres von -1,7 bis -2,9 mag

Saturn ist bis Mitte Mai am Abendhimmel zu beobachten. Dann holt ihn langsam die Sonne ein und am 9. Juni steht er in Konjunktion mit ihr. Im Juli erscheint er wieder am Morgenhimmel und ab November ist er die ganze Nacht beobachtbar.
Winter und Frühjahr im Sternbild Stier, ab November am Abend im Sternbild Orion und ab Dezember im Sternbild Stier.

Das auffälligste an Saturn ist sein Ring, der schon mit einem kleinen Fernrohr ab etwa 30facher Vergrößerung zu sehen ist. Mit Fernrohren ab 10 cm Öffnung und 150facher Vergrößerung kann auch die Cassini-Teilung, eine ungefähr 1 Bogensekunde breite Teilung auf dem Saturnring (der in Wirklichkeit aus zahlreichen Ringen besteht) beobachtet werden. Der Winkel zwischen der Ebene der Saturnringe und unserer Blickrichtung ist mit 25,9 Grad fast maximal. Wir blicken jetzt auf die Südseite des Saturn. Die größte Ringöffnung wird 2003 mit 27 Grad erreicht.

Bei Saturn sind derzeit 30 Monde bekannt. Titan ist der größte Saturnmond und mit einer Helligkeit von 8,3 mag kann er schon mit kleinen Fernrohren gut beobachtet werden. Aber auch Rhea, Dione und Thetis sind mit Helligkeiten zwischen 9,5 und 10,2 mag bei guten Bedingungen zu sehen. Und Iapetus kann bei westlicher Elongation gesehen werden (er ist dann um fast zwei 2 Größenklassen heller).
Für größere Fernrohren sind Enceladus mit 11,7 und eventuell Mimas mit 12,9 mag auch erreichbar. Alle anderen Monde sind zu lichtschwach um mit Amateurfernrohren beobachtet werden zu können.
Am 1.1. hatte das Saturnscheibchen einen Durchmesser von 20,5". Bis Anfang Juni verringert es sich auf 15". Saturns Helligkeit schwankt im Jahreslauf zwischen +1,3 - 0 mag in Ausnahmefällen bis -0,5 mag)

 

18. Jänner 2002/SP

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