Die Simulation eines Feuerballs, welche vom Superkomputer Red Storm erstellt wurde.
Aufgrund der Tatsache, dass ein relativ kleiner Asteroid schon eine solch massive Explosion auslösen
kann wäre es von Nutzen, der Entdeckung von kleinen Objekten noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen als bisher.
Dies verkündete Mark Boslough, ein Physiker vom Sandia Nationl Laboratory in Albuquerque in New Mexiko.
Die Explosion, die in der Nähe des Flusses Steinige Tunguska (Podkamennaya Tunguska) am 30. Juni 1908
stattfand, hat 2000 km² Wald dem Erdboden gleichgemacht. Diese Explosion hatte eine Sprengkraft von etwa 10
bis 20 Megatonnen TNT; das ist etwa die tausendfache Sprengkraft jener Atombombe, welche Hiroshima zerstörte.
Es gab einige wilde Theorien zu diesem Ereignis wie z. B der Absturz eines UFOs, der Kontakt mit Antimaterie,
der Einschlag eines kleinen Schwarzen Loches oder Todesstrahlen. In der letzten Dekade mutmaßten Forscher,
dass ein 30 Meter großer Asteroid in der Atmosphäre explodierte und nur Fragmente die Erdoberfläche erreichten.
Neue Simulationen an einem Supercomputer lassen darauf schließen, dass der Asteroid der diese Verwüstung
verursachte, wesentlich kleiner war als bisher angenommen wurde. Boslough und Kollegen sind der Meinung, dass
er um den Faktor drei oder vier masseärmer war und einen Durchmesser von nur 20 Metern hatte.
Die Simulationen wurden auf Sandia`s Red Storm Superkomputer durchgeführt, welcher der drittschnellste
Computer der Welt ist. Diese zeigen im Detail, dass ein Asteroid wenn er mit großer Geschwindigkeit in die
Erdatmosphäre eintritt, stark zusammengedrückt wird bis er schließlich explodiert. Aufgrund der Explosion
entsteht ein Feuerball, in dessem Zentrum die Kernmasse des Asteroiden mit Überschallgeschwindigkeit auf
die Erde zurast. Dabei werden stärkere Druckwellen und Hitzestrahlungen auf die Erdoberfläche ausgeübt
als bisher angenommen wurde.
Frühere wissenschaftliche Berechnungen sind von größeren Schäden ausgegangen, da der Wald damals
in keinem sehr guten Zustand war. Ferner wurden auch topographische Einzelheiten des Gebiets nicht berücksichtigt.
Dass ein relativ kleiner Asteroid einen solchen Schaden anrichten kann ist für die Forscher beunruhigend,
da es viel mehr kleine Asteroiden gibt als große. David Morrison, Planetologe vom Ames Research Center,
der nicht in diese Studie involviert war meinte, wenn diese Studie den Tatsachen entspricht, dann können
wir mehr solche "Tunguska-Ereignisse" erwarten; vielleicht ein oder zwei solcher Ereignisse
in hundert anstatt in tausend Jahren.
Boslough und seine Kollgen haben Details ihrer Studie beim Meeting der American Geophysical Union in
San Francisco am 11. Dezember 07 bekannt gegeben. Und im Internationalen Journal für Impakt-Wissenschaften
wird es veröffentlicht.
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