Die HRSC fotografierte die Elysium-Ebene am 19. Januar 2005 während des 32. Orbits aus einer Höhe von 270 Kilometern. Der gezeigt Bildausschnitt ist 40 km groß. Die relativ flachen, blockartigen Strukturen könnten Packeis-Schollen sein. Deren Umrisse lassen erkennen, dass sie vermutlich Bruchstücke einst größerer Schollen sind, die nach dem Auseinanderbrechen in einem damals noch fließfähigen Wassereis auseinander drifteten und in ihrer heutigen Position festfroren.
Schon früher vermuteten Forscher, dass sich vor einigen Millionen Jahren Lavaströme und Wasserfluten aus der 17 km hohen Elysium-Vulkanregion in die Ebene ergossen haben. Es wurden aber bei früheren Marsmissionen nur Hinweise auf Lavaströme gefunden; von den Wassermassen fehlte jede Spur. Die Forscher dachten, es wäre verdunstet und hätte sich in den Weltraum verflüchtigt.
Die Aufnahmen von der HRSC zeigen aber, dass dieses Wasser nicht verdunstet ist, sondern heute noch vorhanden ist, und zwar in Form eines bis auf den Grund gefrorenen Sees von etwa 45 Meter Tiefe. Dieser "See" scheint mit einer dünnen Schicht aus Lava-Asche bedeckt zu sein. Das ist vermutlich auch der Grund, warum das Wasser noch vorhanden ist, weil dieser dünne Belag das Wasser vor dem Verdunsten schützte. Ernst Hauber, Geologe am DRL-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlerhof schätzt das Alter des Sees auf etwa 5 Millionen Jahre. Wenn sich diese Ergebnisse bestätigen sollten, würde das bedeuten, dass der Mars auch heute noch ein geologisch aktiver Planet ist.
Die genauen Ergebnisse werden am 17. März 2005 in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.
Eine Topographische Karte, auf der sich die Elysium-Ebene nahe der Bildmitte befindet. Grün sind die am tiefsten gelegenen Gebiete, die sich mit zunehmender Höhe mit den Farben gelb, orange bis zu rot darstellen. Die rote Farbe kennzeichnet den 17 Kilometer hohen Gipfel des Vulkans Elysium.
Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news101738
3. März 2005/SP