Partielle Sonnenfinsternis am 4. Jänner 2011

in der Osthälfte Österreichs in ihrem gesamten Verlauf beobachtbar

Der Verein Kuffner-Sternwarte lädt zu Beobachtungen ein:

Beobachtungsort: Schloss Wilhelminenberg, Wien Ottakring

von 8:00-11:00

Veranstaltungen des Vereins Kuffner-Sternwarte sind kostenlos, Spenden erbeten.

Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis 2011 in Wien
Verlauf für Wien

Fotos von der Finsternis


Verlauf der Finsternis in Wien:


Ereignis Uhrzeit (MEZ) Azimuth / Himmelsrichtung Höhe
Sonnenaufgang 07:45 124,3° / SE  
Beginn der Sonnenfinsternis 08:03 127,7° / SE 1,9°
Maximale Finsternis 09:24 144,0° / SE 11,1°
Ende der Finsternis 10:53 164,0° / SSE 17,5°


Sonnenfläche durch den Mond bedeckt (Maximum): 70,6%

Die Sonnenfinsternis am 4. Jänner 2011 gehört zum Saros-Zyklos 151 und ist die letzte in Österreich beobachtbare Sonnenfinsternis bis zum 20. März 2015 (partiell, 70% Bedeckung). Die Finsternis hat in Wien eine Größe von 77.9% (Anteil des vom Mond bedeckten Sonnendurchmessers) und im Maximum eine Abdeckung von 70.6%. Die Gesamtdauer der Finsternis beträgt 2 Stunden und 50 Minuten.

Der Kernschatten der Finsternis streicht nördlich an unserem Planeten vorbei. Die totale Phase der Finsternis ist somit an keinem Ort der Erde beobachtbar. Der Ort der maximalen Verfinsterung (85,8%) liegt in Nordschweden am Rand der Polarnacht. Die partielle Phase ist in weiten Teilen Europas, in Nordafrika und Vorder- sowie Zentralasien beobachtbar.


http://eclipse.gsfc.nasa.gov/solar.html
Quelle: NASA Eclipse Page

Weitere Daten findet man auf der NASA Eclipse Page:
http://eclipse.gsfc.nasa.gov/OH/OH2011.html



Verlauf der Finsternis

08:00 MEZ

08:06 MEZ

08:15 MEZ

08:30 MEZ

08:45 MEZ

09:00 MEZ

09:15 MEZ

09:25 MEZ

09:30 MEZ

09:45 MEZ

10:00 MEZ

10:15 MEZ

10:30 MEZ

10:45 MEZ

10:50 MEZ

11:00 MEZ
Erstellt mit Stellarium


Beobachtung:

ACHTUNG! Um die Finsternis zu beobachten, muss man direkt in die Sonne blicken. Keinesfalls sollten Sie mit dem ungeschützten Auge in die Sonne blicken! Ebenfalls kann bereits ein einziger kurzer Blick durch ein optisches Hilfsinstrument (Teleskop, Feldstecher) ohne entsprechende Filter zu irreparablen Augenschäden bis hin zu völliger Erblindung führen.

Von der Benützung von nicht eigens für die Sonnenbeobachtung hergestellten Filtern wie z.B. Rettungsdecken oder Schweißgläser bzw. anderen Behelfen wie rußgeschwärztem Glas, unbelichteten Filmen etc. wird dringend abgeraten. Diese blockieren oft nicht den gesamten schädlichen Wellenlängenbereich des Lichtes und können zu schweren Augenschäden führen.

Für die Beobachtung mit freiem Auge ist z.B. eine Sonnenfinsternisbrille, wie sie auch zur Beobachtung der partiellen Phase der totalen Sonnenfinsternis 1999 in Österreich benutzt wurde, geeignet. Nehmen Sie ggf. Ihre Finsternisbrillen mit! Geeignete Finsternisbrillen sind auf der Veranstaltung beim Verein gegen eine kleine Mindestspende erhältlich.


Beobachten Sie mit uns durch Fernrohre und Ferngläser mit professionellen Sonnenfiltern!

Wir helfen Ihnen vor Ort natürlich gerne weiter und beraten Sie gerne bei der Beobachtung.



Programm:

Für Frühaufsteher bietet sich an diesem Tag unter anderem auch die Möglichkeit bei Schönwetter vor Sonnenaufgang die Planeten Saturn und Venus (derzeit "Morgenstern") und bei guten Sichtbedingungen auch Merkur zu beobachten. Der beste Zeitpunkt für die Beobachtung von Merkur ist um bzw. kurz nach 7 Uhr MEZ.


Himmelsansicht in Richtung südosten am 4. Jänner 2011 gegen 7 Uhr. Erstellt mit Stellarium

Der Beginn der Finsternis ereignet sich bei einem sehr tiefen Sonnenstand kurz nach Sonnenaufgang und kann daher unter Umständen, je nach Wetter- bzw. atmosphärischen Bedingungen (z.B. horizontnaher Dunst oder Wolken), nicht beobachtet werden.

Bei einem derart niedrigen Sonnenstand muss das Licht der Sonne einen besonders langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen. Das Licht der Sonne kann daher z.B. durch Dunst noch so stark abgeschwächt sein, dass für die ersten Minuten eine Beobachtung mit freiem Auge ohne geeignete Schutzfilter unter Umständen möglich ist (dies erkennt man meistens daran, dass die Sonne durch einen Sonnenfilter noch nicht beobachtbar ist, weil das Sonnenlicht noch zu schwach ist). Vorsicht allerdings mit optischen Hilfsinstrumenten wie z.B. Feldstecher und Teleskopen. Diese sammeln wegen ihrer größeren Eintrittsöffnung in der Regel ungemein mehr Licht als das menschliche Auge und konzentrieren dies beim Einblick (Auge). Aus diesem Grund muss mit optischen Instrumenten unter Umständen von Anfang an bzw. viel früher als mit dem Auge allein, ein Schutzfilter vor der Eintrittsöffnung verwendet werden!

Der Verein bietet die Beobachtung durch mehrere optische Instrumente (Teleskope, Feldstecher) an. Ebenso sind auf der Veranstaltung beim Verein geeignete Finsternisbrillen (Thousand Oaks Optical, angenehmes orange Sonnenbild) gegen eine kleine Mindestspende von EUR 2,- erhältlich.

Der Verein verfügt außerdem noch über einen, in für Teleskope mit kleiner Öffnung bzw. Fotoobjektive ausreichender Menge vorhandenen, Rest professioneller Sonnenfilterfolie (Thousand Oaks Optical). Diese ist ebenfalls gegen eine Mindestspende am Veranstaltungsort erhältlich.

Das Austria Trend Hotel Schloss Wilhelminenberg hat geöffnet und bietet im Schloss Cafe ab 6:30 Speisen und Getränke an.
Mehr Infos: http://www.austria-trend.at/hotel-schloss-wilhelminenberg/de/

Weiters haben bereits ab 06:30 Uhr der schlosseigene Punschstand sowie der Eislaufplatz geöffnet. Dies bietet neben der Möglichkeit während der Veranstaltung warme Getränke und kleine Snacks zu sich zu nehmen auch die seltene Chance während einer Sonnenfinsternis ein paar Runden auf einem Eislaufplatz zu genießen.
Mehr Infos: http://www.wilhelminenbergonice.at



Wetter:

Die Veranstaltung findet nur bei Beobachtungswetter statt. D.h. bei Wetterbedingungen, die ein Beobachten der Finsternis komplett oder sogar auch nur in Teilen unmöglich machen, entfällt die Veranstaltung. Dies wäre z.B. bei vollständiger Bewölkung, Niederschlag und Hochnebel ohne Hoffnung auf Auflösung, der Fall. Falls Unklarheiten über die Wetterbedingungen herrschen oder eine eindeutige Beurteilung der Wetterlage für Sie nicht möglich ist, sind wir am 4. Jänner ab 07:00 unter unserer Info-Nummer 0664/230 03 36 für Sie erreichbar.



Veranstaltungsort und Erreichbarkeit:

Der Verein Kuffner-Sternwarte veranstaltet eine öffentliche Beobachtung im Parkgelände des Schloss Wilhelminenberg.
Dieser Beobachtungsplatz bietet ein herrliches Panorama über die Wiener Skyline und einen hervorragenden Blick auf die verfinsterte Sonne, geeignetes Wetter vorausgesetzt.

Austria Trend Hotel Schloss Wilhelminenberg
Savoyenstraße 2
1160 Wien

Breitengrad: 48° 13' 10.2''N (48.21949747)
Längengrad: 16° 17' 12.8''E (16.28689885)
Meereshöhe: 352m

Beobachtungsort in Google Maps und im Wienplan (wien.at).


Größere Kartenansicht

Der Veranstaltungsort ist mit den Autobuslinen 46B und 146B (Haltestelle Schloss Wilhelminenberg) von der U-Bahn- bzw. S-Bahn-Station Ottakring (U3, S45, 46, 2, 45B, 48A) erreichbar.
Fahrplan 46B (PDF)
Fahrplan 146B (PDF)

Wienerlinien
http://www.wienerlinien.at/

Fahrtzeiten (PDF) 46B/146B Ottakring - Schloss Wilhelminenberg am 4. Jänner

Sollten Sie mit dem Auto anreisen, so parken Sie bitte - wenn möglich - nicht am Parkplatz im Parkgelände sondern in der Savoyenstraße.


Klaudia Einhorn und Christoph Goldmann


ENTSTEHUNG VON SONNENFINSTERNISSEN:

Jedes Monat (genau alle 29,53 Tage = synodisches Monat) läuft der Mond zwischen Erde und Sonne durch (=Konjunktion), doch nur in Ausnahmefällen tritt er dabei genau zwischen Erde und Sonne. Das liegt daran, weil die Mondbahn gegenüber der Erdbahn (=Ekliptik) um ca. 5,1 Grad geneigt ist. Bei einer Konjunktion steht der Mond daher meist etwas über- oder unterhalb der Sonne und der Mondschatten verfehlt die Erde. Kreuzt die Mondbahn aber während der Neumondphase die Ekliptik (=Knotenpunkt), so stehen die drei Körper - Sonne, Mond und Erde - auf einer Linie und der kegelförmige Mondschatten trifft die Erde.

Totale Sonnenfinsternis, Foto: M. Nehonsky

a Kernschatten b Halbschatten

Durch eine glückliche Fügung der Schöpfung sind der Mond und die Sonne von der Erde aus betrachtet nahezu gleich groß. Während die Sonne in Wirklichkeit einen Durchmesser von 1,4 Mio km hat, ist der Mond mit knapp 3500km geradezu winzig, durch seine geringe Entfernung von der Erde erscheint er uns aber in gleicher Größe.

Leider sind die Verhältnisse nicht ganz so einfach. Wie bereits Kepler in seinen berühmten drei Gesetzen formuliert hat, sind die Bahnen der Planeten keine Kreise sondern Ellipsen, in deren einem Brennpunkt die Sonne steht - respektive die Erde im Falle der Bahn unseres Mondes. Das führt dazu, daß die Entfernungen zwischen den Himmelskörpern nicht konstant sind. Damit verändert sich aber auch die scheinbare Größe der Himmelskörper während eines Umlaufes, und dies führt wieder zu unterschiedlichen Erscheinungsformen von Finsternissen.

Totale Sonnenfinsternis : Der Mond verdeckt zur Gänze die Sonne

Ringförmige Sonnenfinsternis :
Der Mond ist scheinbar kleiner als die Sonne, ein schmaler Ring der Sonne bleibt sichtbar.

In diesem Fall ist der Mond scheinbar kleiner als die Sonne und er ist damit nicht imstande die Sonne vollständig zu bedecken. Im zentralen Gebiet der Finsternis bleibt daher einer schmaler Ring rund um die unbeleuchtete Mondscheibe sichtbar. Obwohl es sich maximal um nur wenige Prozent der Sonnenfläche handelt, bleibt es relativ hell und die schönen Effekte einer Totalität, wie Protuberanzen, helle Sterne oder die hellen Planeten wie Venus, Jupiter etc. am Himmel bleiben unsichtbar. Trotzdem übt der schmale Sonnenring eine eigenartige Faszination aus.

Möglich ist auch eine Kombination aus ringförmiger und totaler Finsternis. Die Finsternis beginnt ringförmig und wechselt beim Schattenlauf über die Erdoberfläche in eine totale Phase (um möglicherweise wieder als ringförmige Finsternis zu enden)

Tatsächliche Größenverhältnisse :

Sonnendurchmesser in Abhängigkeit der Erdentfernung:
Erde im Perigäum (kleinste Sonnenentfernung) : 147,1 Mio.km Durchmesser : 32,53 Bogenminuten
Erde im Apogäum (größte Sonnenentfernung) : 152,1 Mio km Durchmesser : 31,47 Bogenminuten
Monddurchmesser in Abhängigkeit zur Erdentfernung:
Mond im Perigäum: 356.400 km Durchmesser : 33,53 Bogenminuten
Mond im Apogäum: 406.700 km Durchmesser : 29,23 Bogenminuten

Schwankung des scheinbaren Durchmessers von Sonne und Mond :

Im Extremfall hat der Schattenkegel des Mondes auf der Erde ca. 300 km Durchmesser und die Totalität der Finsternis dauert dann etwas mehr als 7 Minuten, im schlechtesten Fall endet der Schattenkegel mehr als 30 000 km über der Erdoberfläche und es bleibt nur eine ringförmige Phase zu beobachten.

Häufigkeit : Betrachtet man die gesamte Erde, so sind Sonnenfinsternisse deutlich häufiger als Mondfinsternisse (ca. 1,5 x) . Für einen bestimmten Punkt auf der Erdoberfläche sind aber Mondfinsternisse häufiger. Dies liegt auch daran, daß Mondfinsternisse von jedem Punkt der Erdoberfläche (natürlich nur wo der Mond gerade über dem Horizont steht) beobachtet werden können, Sonnenfinsternisse aber nur für relativ kleine Bereiche auf der Erdoberfläche sichtbar sind.

Wie wir auf dem Bild sehen, kann der Mond für eine Sonnenfinsternis eine deutlich größere ekliptikale Breite einnehmen (ca.1,5 Grad) als für Mondfinsternisse (ca. 1 Grad)
In einem Jahr finden maximal 7 Finsternisse, davon 5 SF und 2 MF oder 3 MF und 4 SF statt.
Minimal gibt es 2 Finsternisse, diese jedoch beide SF
Die gleiche Mondphase kehrt nach einem synodischen Monat ( 29,53 Tage) wieder.

Der Durchgang des Mondes durch den gleichen Knotenpunkt (auf-oder absteigend) findet alle 27,21 Tage statt (drakonitischer Monat). Da 223 syn.Monate ziemlich exakt 242 drakonitischen Monaten entsprechen, wiederholen sich Finsternisse in fast identischen Punkten nach diesem Zeitraum (= 18 Jahre und 11 Tage resp. 10 Tage - Schaltjahre!!) Diesen Zeitraum nennt man Saros-Zyklus. Er war bereits in der Antike bekannt und diente schon damals der Vorhersage von Finsternissen.

Manfred Nehonsky

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