Totale Mondfinsternis am 4.Mai 2004

Fotos von der Mondfinsternis!

Diese Mondfinsternis ist in Österreich fast zur Gänze sichtbar.
Sie beginnt am Osthorizont bei aufgehendem Vollmond und Sonnenuntergang.

Der Verein Kuffner-Sternwarte lädt zu Beobachtungen ein:

Heldenplatz Wien 1, von 20:00 bis 1:15

Veranstaltungen des Vereins Kuffner-Sternwarte sind kostenlos, Spenden erbeten.

So könnte es am 4.Mai um 21h40 kurz vor Eintritt der Totalität am Heldenplatz aussehen.
Fotomontage: Manfred Nehonsky ( Bilder zum vergrössern anklicken )

Für den Beobachtungsort Wien (Heldenplatz) ergeben sich folgende Beobachtungszeiten : (siehe auch Grafik ) (Alle Zeiten in MESZ !!)

Eintritt in den Halbschatten ( nicht erkennbar für den Beobachter) : 19 Uhr 52
Eintritt in den Kernschatten: 20 Uhr 48
Totalität Anfang: 21 Uhr 52
Mitte der Finsternis : 22 Uhr 30
Totalität Ende: 23 Uhr 08
Austritt aus dem Kernschatten: 00 Uhr 12
Austritt aus dem Halbschatten : 01 Uhr 08


Bei Beginn der Finsternis (Eintritt in den Halbschatten) ist der Mond noch unter dem
Horizont
, Aufgang für Wien 20:01 MESZ.

Die Mondfinsternis bietetet die Gelegenheit den sich verfinsternden Mond im Aufgang zu beobachten. Dazu sollte man einen Platz mit freier Horizontsicht nach OSO aufsuchen (möglichst auch erhöht). Der weitere Verlauf der Finsternis insbesondere die Totalität kann bei gutem Wetter überall beobachtet werden.

Für Fotofreunde: Die Brennweite des Objektives sollte zumindest 400mm betragen (der Mond hat dann am Kleinbildnegativ oder Dia ca. 4mm Durchmesser) Filmempfindlichkeit 200-400 ASA, Stativ verwenden!!

Wie wir wissen, kommt eine Mondfinsternis dann zustande, wenn der Mond durch den von der Sonne in den Weltraum hinaus projezierten Erdschatten eintritt und von diesem verdunkelt wird. Mond, Erde und Sonne liegen damit auf einer Linie. Dies geschieht aber nicht bei jedem Umlauf des Mondes um die Erde, da die Mondbahn gegen die Erdbahn um 5° 8` geneigt ist, und der Mond bei Vollmond meist ober-oder unterhalb des Erdschattens vorbeiläuft. Nur wenn die Mondbahn (bei Vollmond) gerade die Erdbahnebene (Ekliptik) schneidet (=Knotenpunkt) kann es zu einer Verfinsterung kommen. Wir unterscheiden Halbschattenfinsternisse und Kernschattenfinsternisse. Der Halbschatten (b) tritt dadurch auf, weil die Sonne keine punktförmige Strahlungsquelle ist.

a Kernschattenbereich   b Halbschatten   c lichtloser Erdschatten

Da der Erdschatten in Mondentfernung wesentlich größer als der Monddurchmesser ist, ( ca.3x) ist ein exaktes Zusammentreffen von Vollmond mit Knotendurchgang nicht erforderlich. Es reicht wenn er sich zum Zeitpunkt der Opposition in der Nähe des Knotens befindet. Läuft er mit seinem gesamten Durchmesser durch den Kernschatten der Erde so tritt Totalität ein. Der Mond erhält zu diesem Zeitpunkt kein Licht von der Sonne und ist theoretisch daher nicht zu sehen. Da das Sonnenlicht aber an der Erdatmosphäre gestreut und am Erdrand auch gebeugt wird, trifft ein kleiner Teil dennoch den Mond. Wie wir jeden Morgen und Abend sehen können, ist das Licht der auf-bzw.untergehenden Sonne rötlich verfärbt, da der blaue Anteil des Spektrums vom Wasserdampf und Staub in der irdischen Atmosphäre absorbiert wird. Aus diesem Grund ist auch der verfinsterte Mond meist tiefrot verfärbt.

Häufigkeit : Betrachtet man die gesamte Erde, so sind Sonnenfinsternisse deutlich häufiger als Mondfinsternisse (ca. 1,5 x) . Für einen bestimmten Punkt auf der Erdoberfläche sind aber Mondfinsternisse häufiger. Dies liegt daran, daß Mondfinsternisse von jedem Punkt der Erdoberfläche (natürlich nur wo der Mond gerade über dem Horizont steht) beobachtet werden können, Sonnenfinsternisse aber nur für relativ kleine Bereiche auf der Erdoberfläche sichtbar sind.
Wie wir auf dem Bild sehen, kann der Mond für eine Sonnenfinsternis eine deutlich größere ekliptikale Breite einnehmen (ca.1,5 Grad) als für Mondfinsternisse (ca. 1 Grad)

Die Größenverhältnisse entsprechen nicht der Realität !

In einem Jahr finden maximal 7 Finsternisse, davon 5 SF und 2 MF oder 3 MF und 4 SF statt. Minimal gibt es 2 Finsternisse, diese sind dann jedoch beide SF.
Die gleiche Mondphase kehrt nach einem synodischen Monat ( 29,53 Tage) wieder.

Der Durchgang des Mondes durch den gleichen Knotenpunkt (auf-oder absteigend) findet alle 27,21 Tage statt (drakonitischer Monat). Da 223 syn.Monate etwa 242 drakonitischen Monaten entsprechen, wiederholen sich Finsternisse in fast identischen Punkten nach diesem Zeitraum (= 18 Jahre und 11 Tage resp. 10 Tage Schaltjahre!!) Diesen Zeitraum nennt man Saros-Zyklus. Er war bereits in der Antike bekannt und diente schon damals der Vorhersage von Finsternissen.

16. April 2004/Manfred Nehonsky

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